Naturprodukte

Viele fragen sich, wie die Kleinbauern in den Dörfern Amazoniens an ein Einkommen gelangen, um sich die lebensnotwendigen Dinge kaufen zu können. Es liegt natürlich nahe, daß sie den Holzhändlern und Sägewerksbesitzern Holz verkaufen, sofern sie keine andere Möglichkeit sehen. Es geht also um die Frage: Wie können die Menschen im Wald menschenwürdig leben, ohne dabei den Wald zu zerstören?

Zunächst geht es darum, die Menschen dabei zu unterstützen, schon zerstörte Flächen wieder mit Nutzpflanzen zu bepflanzen, von denen sie leben, die sie aber auch vermarkten können. Forstwirtschaftler der Uni Belem haben schon vor Jahren Agroforstsysteme entwickelt und informieren und schulen die Kleinbauern über die Grundsätze der Bepflanzung. Auch Landwirtschaftsexperten staatlicher Institutionen beraten Kleinbauern über den angepassten Anbau unter den Regenwaldbedingungen. Und so entstehen "kleine Wälder" mit einer großen Artenvielfalt von Nutzpflanzen wie Papaia- Mango- Cashew- oder Kakaobäumen, um nur einige zu nennen. Außerdem wachsen in den Feldern um die Häuser oder in der Nähe der Dörfer Maniok, Reis, Mais, Bohnen usw., so dass, wenn dies richtig gemacht wird, die Ernährungsbasis gesichert ist.

Viele Dörfer in unseren Projektgebieten leben fast ausschließlich vom Verkauf von Maniok, andere haben dazu Kakao und wieder andere, vor allem in den Gebieten, in denen viele Acai-Palmen wachsen, sammeln die Acai-Früchte (siehe oben) verarbeiten sie und leben davon.

Doch die Wälder haben viel mehr zu bieten. So gibt es in Gebieten Gummizapfer, die den Naturgummi sammeln und ihn in Genossenschaften verarbeiten. Kokosfasern werden gesammelt und in Cooperativen gereinigt um die Fasern dann an Firmen zu liefern, die daraus Produkten wie Matrazen herstellen. Es gibt Dörfer, in denen Frauen Taschen aus Palmblättern herstellen und auf dem Markt verkaufen. Kunstgegenstände und Möbel aus Holz werden produziert, Halsketten aus Samen bis hin zu Schalen aus Ton oder Taschen aus Latex usw. Im Wald gibt es Farbstoffe, ölhaltige Pflanzen und natürlich die Basisstoffe für Arzneimittel jeglicher Art. All das wird versucht, auf den Märkten in den Städten zu verkaufen.

Doch die Menschen brauchen natürlich auch Holz um ihre Häuser zu bauen bzw. zu reparieren. Der Rohstoff Holz wird aber auch vermarktet. Es gibt Projekte zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Forstwirtschaftler und Fachleute der Umweltbehörden schulen die Dorfbewohner über die Grundsätze der nachhaltigen Waldbewirtschaftung, so daß ein friedliches Miteinander von Wald, Menschen und Tieren möglich ist, ganz im Gegensatz zur großflächigen Abholzung und Plantagenwirtschaft. (siehe Bild einer Sojaplantage)

Vom Wald leben - ohne ihn zu zerstören. Dabei will POEMA den Menschen helfen. Es gilt die Armut zu bekämpfen, Perspektiven zu entwickeln und dadurch den Wald zu schützen. Daß dies in Zeiten des Klimawandels ungemein wichtig ist, bestreitet niemand mehr. Es geht aber auch um die Erhaltung der Artenvielfalt. Nirgends auf der Welt ist sie so groß wie in Amazonien.