Verbesserung der Gesundheitsversorgung

Das Reservat der Wajápi liegt im Bundesstaat Amapa ganz im Norden von Brasilien und grenzt fast an Französisch Guyana. Es umfasst ca. 600.000 ha. Es leben dort rund 1000 Wajápi in 40 Dörfern. Im Jahre 1950 gab es noch rund 3.000 Wajápi. Vor allem durch die von den Weißen eingeschleppten Krankheiten sank diese Zahl bis auf rund 200 in den 60er-Jahren. Die Wajápi sind Sammler und Jäger und leben in Gruppen mit 30 bis 60 Personen zusammen. Traditionell lebten sie ca. 5 Jahre in einem Gebiet und verlegten ihr Dorf dann in eine andere Region, damit sich der Wildbestand wieder erholen kann. Sie kehrten frühestens nach 20 Jahren an einen Ort zurück, den sie schon einmal bewohnt haben. Diese Lebensart stößt an Grenzen, weil Weiße in ihren Lebensraum eindringen, vor allem Holzfäller, Goldgräber, aber auch Fischer.
Das jetzige Reserverat war ursprünglich dreimal größer geplant und ist auf politischen Druck, vor allem der Holzfäller-Lobby verkleinert worden. Die medizinische Versorgung wurde in den Dörfern der Wajápi von so genannten Pajes, die durch mündliche Überlieferung in einer Natur bezogenen "Waldmedizin" ausgebildet sind, für die ihnen bekannten Krankheiten gewährleistet. Bei schwerwiegenderen Erkrankungen und Verletzungen, vor allem aber bei den durch die Weißen eingeschleppten Erkrankungen benötigen sie Unterstützung.
Um den Wajápi ihre bisherige Lebensweise im Wald weiter zu ermöglichen, und um ihnen gleichzeitig eine medizinische Basisversorgung zu sichern, hat POEMA, auf Wunsch der Wajápi, bislang zwei Gesundheitsstationen mitten im Regenwald finanziert. Diese werden regelmäßig von brasilianischem Gesundheitspersonal besucht und sind mit den notwendigsten medizinischen Hilfsmitteln ausgestattet.
Seit Anfang 2007 finanzieren wir außerdem eine mehrjährige Ausbildung für eine Gruppe von rund dreißig jungen Wajápi, damit sie selbst in der Lage sind ihre medizinische Versorgung im Reservat sicher zu stellen. Auch diese Bitte um Unterstützung kam von den Wajápi, die immer wieder die Erfahrung machen müssen, dass notwendige Unterstützung durch die brasilianische Regierung nicht, oder nur sehr schleppend erfolgt. Da diese Ausbildung sehr aufwendig und teuer ist, stehen wir auch mit den zuständigen brasilianischen Gesundheitsbehörden in Verhandlungen, damit sich diese an den Kosten und der Durchführung der Ausbildung beteiligt.