Robert-Bosch-Gymnasium - 14 Schüler und ihr Einsatz für ein Dorf in Amazonien


LANGENAU - 14 Siebtklässler des Langenauer Robert-Bosch-Gymna­siums wollten das Thema „tropi­scher Regenwald" nicht einfach im Unterrichtabhaken. Sie nutzen ihre Projekttage, um von heute, Don­nerstag, bis Samstag, 19. Juli, in Langenau, den Teilorten Göttingen und Hörvelsingen und in Elchingen Spenden für den Verein „Poema" zu sammeln. Der Erlös soll helfen, ein Dorf in Amazonien (Brasilien) mit sauberem Trinkwasser zu ver­sorgen.

Von unserem Mitarbeiter Oliver Haller

In der siebten Klasse steht in Erdkunde das Thema „tropischer Regenwald" auf dem Lehrplan. Dabei kommt na­türlich auch die Bedrohung. seiner Pflanzen- und Tierwelt und der Urbe­völkerung zur Sprache. „Am Schluss haben die Schüler oft das Gefühl, man kann nichtstun", erklärtdie Erdkunde­lehrerin Irene Hahn. Dass dies nicht so sein muss, beweisen die 14 engagier­ten Teilnehmer des Projekts „Regen­wald", das die Schüler unter der Lei­tung von Hahn 'und Lehrer Willi Zipfel selbst konzipiert haben. Die Schülerin Judith Schmid hatte beim Besuch des Stuttgarter Zoos einen Prospekt von „Poema" mitgenommen und den Ver­ein im Unterricht vorgestellt. Die Schü­ler und die Projektleiter entschlossen sich, den Erlös ihrer Aktion für diesenVerein einzusetzen. „Poema" bedeu­tet übersetzt „Armut und Umwelt in Amazonien". Der 1994 gegründete Verein unterstützt beispielsweise die indianische Bevölkerung vor Ort bei der Gewinnung von sauberem Trink­wasser und hilft den Menschen, den Regenwald durch traditionelle Pflege zu erhalten. Die Organisation fördertaber auch die Nutzung von umweltfreundlichen für die Auto­mobilindustrie.

Gestern haben die Schüler aus großen Jogurtbechern sammelbüchsen und aus Pappe eine Infobox gebastelt, die sie mit Motiven aus dem tropischen Regenwald und zahlreichen Informationen anschaulich gestaltet haben. Außerdem werden sie mit einem Transparent und bunten Plakaten, die sie mit Wasserfarbe bemalt haben, von heute an in Langenau und Um­gebung unterwegs sein und auf sich aufmerksam machen. Dabei hoffen sie auch, die Stadträte und Kirchenge­meinderäte zu treffen und von ihnen Unterstützung zu bekommen.

Die Siebtklässler werden zudem heute die Grundschule Setzingen und morgen, Freitag, den Kindergarten Reutte besuchen, um ihr Projekt vor­zustellen und Spenden zu sammeln. Die Eltern wurden zuvor darüber infor­miert. Die Schüler werden mit kindge­rechten Vorträgen, Gesprächen, Dias und Bastelarbeiten die Kleinen da­rüber aufklären, was den Regenwald bedroht und wie wichtig sauberes Wasser für die Bevölkerung ist. Denn schlechtes Trinkwasser verursacht im Regenwald vier Fünftel aller gefährli­chen Krankheiten wie zum Beispiel Cholera. An ihrem jüngeren Bruder hat Stefanie Neidhardt entdeckt, wie sie Kindern die lebenswichtige Bedeu­tung von sauberem Trinkwasser klar­machen kann: „Wir nehmen ein Glas mit Dreckwasser und ein Glas mit Lei­tungswasser und fragen, welches sie trinken würden."

Die Idee zum Thema „Bäume und Wald" kam ebenfalls von den Schü­lern: Die Kinder werden Tiere malen und auf einen großen Papierbaum kle­ben. So lernen sie, dass auch die Tiere verschwinden, wenn die Bäume abge­holztwerden. „Ich als Gymnasiallehre­rin wäre nicht darauf gekommen", lobt Projektleiterin Hahn das pädago­gische Geschick ihrer Schüler.

Auch beim Schulfest am morgigen Freitag werden die Siebtklässler ihr Projekt präsentieren, und am freien Samstag machen sie „Überstunden", um nachmittags beim Kinderfest auf dem Jahnplatz Spenden für „ihr" Dorf in Brasilien zu sammeln.